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Die Sache mit Pflegegrad, Grad der Behinderung und Erwerbsminderung

Nachdem ich gefühlt ständig in Facebook alles mögliche und unmögliche zu diesem Thema lese, muss ich jetzt mal meinen Senf los werden. Keines der dort in der Überschrift genannten Themen hat zwangsläufig etwas mit dem anderen zu tun. Wie oft lese ich, dass die „doofe Behörde“ einem keine Rente gewährt, schließlich hat man ja einen GdB von 70 und Merkzeichen G (nur um ein fiktives Beispiel zu nennen). Nein Leute, dass hat absolut nix mit der Arbeitsfähigkeit zu bedeuten. Ihr könnt nen GdB von 100 mit Merkzeichen haben und in der Lage sein, Vollzeit zu arbeiten und es kann sein, dass man gar keinen oder nur einen geringen GdB hat und trotzdem in voller Erwerbsminderung ist. Das bedeutet nicht, dass hier jemand falsch geurteilt hat.

Ähnlich beim Pflegegrad. Erst neulich habe ich gelesen, dass es ja wohl nicht sein könne, dass jemand, der arbeitet, einen Pflegegrad hat. Warum bitte nicht frage ich mich da? Ein Pflegegrad bedeutet ja nicht, dass man voll bettlägerig im Bett liegt, sondern eben „nur“, dass gewisse Dinge speziell im Bereich der Grundpflege, nicht mehr so funktionieren, wie es eigentlich sein sollte.

Warum nicht auch mit Pflegegrad altersentsprechend und „normal“ anziehen.

Ich gehe sogar einen Schritt weiter und stelle die dreiste Behauptung auf, dass viele derjenigen mit Pflegegrad, die arbeiten, ohne den Pflegegrad gar nicht in der Lage wären dies zu tun. Denn man würde unter Umständen gar nicht fertig werden und somit quasi gar nicht aus dem Haus kommen.

Ähnliches gilt z.B. für die Nachteilsausgleiche durch den GdB. Sie ermöglichen keine besonders priviligierte Situation, sondern sollen einen vorhanden Nachteil ausgleichen. 

Ich wäre z.B. ohne diverse Ausgleiche (dabei ist die Höhe des GdB eigentlich fast am unwichtigsten, denn mit ihr kommen nicht viel höhere Nachteilsausgleiche, sprich jemand mit GdB 100 hat gar nicht viel mehr als jemand mit GdB 90) zu vielem gar nicht in der Lage. Bevor ich z.B. die Wertmarke hatte, habe ich schon allein über 100 Euro im Monat gezahlt, nur um zu Ärzten und Therapien zu kommen…da war also nix an Freizeit dabei, ohne Parkausweis wären viele Parkplätze nir schwer zu nutzen, ohne Euroschlüssel käme ich nicht auf eine Toilette…

…und trotzdem ist mein Leben eingeschränkter als es das vor der Erkrankung war. GdB 90 G, aG und B und nen Pflegegrad 2 (in meinem Fall) verschaffen also keinesfalls Vorteile, sondern sollen Einschränkungen im Alltag zumindest etwas ausgleichen.

Ich habe z.B. auch ne Menge echter „Scheißtage“ (ein Grund warum der letzte Post ne Weile her ist), nur mache ich diese im Netz selten groß öffentlich.

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