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Die Löffeltheorie

Oftmals fällt es mit chronischen Erkrankungen schwer, einer anderen Person zu erklären, warum möglicherweise heute etwas nicht geht, was aber gestern ging. Oder umgekehrt.

Dies kann man wunderbar mit der Löffeltheorie erklären. Sie ist zudem anwendbar bei vielen Erkrankungen.

Die Löffeltheorie kommt ursprünglich aus dem englischsprachigen von einer dortigen Bloggerin. Sie wollte ihrer Freundin erklären, wie einen Lupus im Alltag beeinträchtigt. (Dies ist die Kurzfassung… Die Langfassung findet ihr auf ihrem Blog.

Wie funktioniert dies nun?

Greift einfach mal in eure Geschirrschublade und holt euch einige Hand voll Löffel.

Erledigt?

Prima… Ich bin auch so weit, hier sind meine.

Und? Wie viele habt ihr? Mir bleiben 15 Löffel.

Nun stellt euch vor, dass jede Aktivität 1 Löffel kostet. Und zwar wirklich jede!

Frühmorgens klingelt also der Wecker und ihr werdet langsam wach. ➡️ 1 Löffel weg, 14 Löffel bleiben.

Ihr steht langsam auf und geht ins Bad ➡️ 1 Löffel weg, 13 Löffel bleiben. (Gehen ist ja verdammt anstrengend für mich)

Ihr zieht euch aus ➡️ 1 Löffel weg, 12 Löffel bleiben.

Ihr springt unter die Dusche und duscht ➡️ 1 Löffel weg, 11 Löffel bleiben.

Ihr trocknet euch ab und zieht euch an ➡️1 Löffel weg, 10 Löffel bleiben.

Ihr schaltet die Kaffeemaschine ein und macht euch ein Brot ➡️ 1 Löffel weg, 9 Löffel bleiben.

Ihr esst Frühstück ➡️ 1 Löffel weg, 8 Löffel bleiben.

Langsam macht ihr euch auf den Weg zur Bushaltestelle/setzt euch ins Auto ➡️ 1 Löffel weg, 7 Löffel bleiben.

Der Fahrtweg kostet euch einen weiteren Löffel ➡️1 Löffel weg, 6 Löffel bleiben.

Ihr kommt auf der Arbeit an. Seit dem Aufstehen sind ca 2h vergangen. Aber von 15 Löffeln, sind nur noch 6 Löffel übrig. Merkt ihr etwas? Da wird etwas gehörig schief gehen…. Es sei denn ab jetzt würde nichts mehr passieren. Äußerst unwahrscheinlich.

Der Computer wird angeschaltet und die ersten Akten werden bearbeitet ➡️ 1 Löffel weg, 5 Löffel bleiben

Nach einer Frühstückspause (ach übrigens ➡️ 1 Löffel weg, 4 Löffel bleiben)…

… Wird sich mit MdK Akten beschäftigt, u.a. dem Vorschreiben von Widersprüchen ➡️1 Löffel weg, 3 Löffel bleiben.

Es ist Mittagspause und ab geht’s den kurzen Weg zur Cafeteria und essen ➡️1 Löffel weg, 2 Löffel bleiben.

Danach geht’s in die letzte Stunde Arbeit und am Ende wieder ➡️1 Löffel weg, 1 Löffel bleibt.

Nun muss man ja auch wieder nach Hause ➡️ 1 Löffel weniger, kein Löffel mehr da.

Nun ist es aber erst ca 14 Uhr, der Tag hat noch ungefähr 8 Stunden. Merkt ihr was? Das funktioniert so nicht.

Ein gesunder hat eine relativ unbegrenzte Anzahl an Löffeln. Braucht man mehr, nimmt man sich mehr. Das funktioniert aber bei chronischen Erkrankungen nicht. Man kann nicht einfach „nachlegen“

Aus dem Grund sind Hilfsmittel, Pflegedienst, Fahrdienst etc so verdammt wichtig. Denn so kann ich Löffel sparen und an anderer Stelle einsetzen.

Und das erklärt auch, warum ich manchmal eine Sache schaffe und am. Nächsten Tag wieder nicht. Die Löffel waren schon vorbei 😂

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