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Kranke(n) Schwester, Kranker Arzt?

Nein, dieser Blogbeitrag handelt nicht von meiner ehemaligen Klinik (auch wenn der letzte Teil der Überschrift darauf hindeuten könnte) und ja mir ist bekannt, dass Krankenschwestern eigentlich Gesundheits- und Krankenpfleger heißen. Aber auch darum geht es nicht.

Neulich ging es in einer englischsprachigen Facebook Gruppe um die Frage: „Darf man mit Myasthenie eigentlich Medizin studieren“?

Die Frage ließe sich übrigens auch auf ähnliche Berufe wie Krankenpflege oder die therapeutischen Berufe ausweiten. Genauso wie sich Myasthenie durch andere Krankheiten ersetzen lassen würde.

Kurz gesagt… Darf man im medizinischen Sektor eigentlich selbst krank sein?

Überraschend viele sagten ziemlich einhellig, dass sie ja auf gar keinen Fall einen Arzt mit Myasthenie haben wollen würden.

Warum nicht?

Es war auffällig, dass viele ihre eigenen Symptome quasi projezierten. Sprich… Haben man selbst Probleme mit den Armen, hat das jeder andere auch. Hat man selbst Probleme mit der Atmung, hat dies jeder andere auch.

Dabei sollte eigentlich jedem Betroffenen klar sein, dass die Symptomausprägung total verschieden ist.

Natürlich wäre ein Herzchirurg, der Doppelbilder und eine Schwäche der Hände hat etwas suboptimal. Aber für den Psychiater wäre dies ein deutlich geringeres Problem.

Und es gibt ja auch immer Leute, die (glücklicherweise) gut oder sehr gut auf Medikamente ansprechen und damit dann tatsächlich symptomfrei sind.

Wenn das also der Fall ist, warum dann nicht den lang gehegten Traum verwirklichen und Herzchirurg werden.

Aber ich würde mich nie von einem Arzt behandeln lassen, der Myasthenie hat“

Ach, würdest du nicht? Es ist seltsam, dass man die größte Intoleranz meist unter den Betroffenen findet.

Mir stellt sich die Frage, wie genau Personen die diese Meinung haben wissen ob ihr Arzt krank ist und wenn ja was er hat.

Ich habe noch nie einen Arzt erlebt, der sich folgendermaßen vorstellte: „Guten Tag, mein Name ist Dr. Müller und ich habe Myasthenie (oder was auch immer). Sind sie damit einverstanden, dass ich sie behandle“?

Klingt ein bissl skurril, oder?

Finde ich ehrlich gesagt auch 😁

Ich weiß zwar nicht wie es in den USA läuft, kann mir aber nicht vorstellen, dass sich die dortigen Ärzte so vorstellen.

Ich habe selbst als Physiotherapeutin gearbeitet, als ich schon Epilepsie hatte. Genau genommen habe ich sogar erst angefangen diesen Beruf zu lernen, als ich Epilepsie schon hatte.

Bei mir geht es, da ich anfallsfrei bin und schon immer nur sehr selten Anfälle hatte und nur in den ersten Wochen dabei bewusstlos wurde. Somit habe ich nie jemanden gefährdet.

Das gleiche gilt für Myasthenie und andere Erkrankungen. Man muss schlicht abwägen. Nicht jeder kann mit jeder Erkrankung alles machen, dies bedeutet aber nicht, dass es keiner machen kann.

Meine Patienten wussten übrigens nicht von meiner Erkrankung.

Es gibt natürlich Gesetze, die beachtet werden müssen. So darf ich z. B. aufgrund der Epilepsie keinen LKW mehr fahren, solange ich nicht mindestens 5 Jahre anfallsfrei ohne Medikamente bin. Und genauso brauchte jeder für die Berufsurkunde als Physio damals ein ärztliches Attest, dass die gesundheitliche Eignung besteht.

Allerdings bestehen relativ wenig pauschale Verbote in Bezug auf Krankheiten und Berufsverbote.

Ein wenig Offenheit kann also helfen. Nur weil der Arzt ggf mit Gehstock oder Rollstuhl ins Zimmer kommt oder die Krankenpflegerin eine Insulinpumpe trägt… Sind sie fachlich nicht pauschal schlechter und gefährden sicher nicht pauschal die Patienten.

Weitaus wahrscheinlicher dürfte es oft sein, dass dort erstmals Symptome einer vormals nicht bekannten Erkrankung auftreten. Und das lässt sich nunmal nicht verhindern.

Denn dann hätten wir keine Mediziner mehr, denn die Glaskugel wurde ja noch nicht erfunden. 😁

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It’s hot outside

Den einen freut, der andere hasst es.

Ich gehöre zu der zweiten Kategorie.

Hitze 🌋…

Schon viele der Normalos finden die Temperatur ja mittlerweile nicht mehr ganz so toll, aber für viele Myastheniker ist es noch schlimmer. (Dies gilt übrigens nicht nur bei Myasthenie, auch bei Krankheiten wie #MS sind höhere Temperaturen oft kontraproduktiv)

Was heißt das jetzt?

Während der Normalo das Wetter einfach nur zu heiß findet, merke ich, wie meine Symptome deutlich ausgeprägter sind. Die Atmung, die seit Soliris deutlich besser geworden ist, ist wieder schlechter. Die Lähmungen in den Beinen und Armen nehmen zu und gerade wenn ich wegen der Wärme mal wieder schlecht geschlafen habe, klinge ich morgen so als hätte ich schon einen über den Durst getrunken.

Ich habe zwar eine Kühlweste und neuerdings auch eine Klimaanlage. Aber bei den Temperaturen ist es trotzdem nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

Eigentlich würde ich ja gerne mein Nachtlager im Keller aufschlagen… Blöd nur, dass der über Stufen zu erreichen ist 😂

Die folgenden Tage versprechen eher noch schlimmere Temperaturen. Nicht gerade das, was ich mir wünsche.

Ich glaub ich wander aus…..